Die Geschichte des Löwen

Die Geschichte des Hauses reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Im 30jährigen Krieg soll das Gasthaus der Geschichte nach schwedische Soldaten beherbergt haben. Ernst Sartorius, Sohn eines Ansbacher Magistratsrats, heiratete 1646 in den Groehof ein. Er löste sich aus der Erbengemeinschaft durch Verkauf und nahm die Gastgerechtigkeit auf den gegenüberliegenden Fuhrmannsgasthof und Ausspann "Zum güldenen Löwen" mit.

Im Jahr 1650 wurde er Unterbürgermeister und 1651 Oberbürgermeister des Marktfleckens. Neben der Herberge betrieb er auch einen großen Getreide- und Weinhandel und gehörte 1656 zu den Höchstbesteuerten des Marktfleckens. Nach 1661 betrieb er eine Großschiffahrt mit einigen Schiffen zwischen Marktbreit und Frankfurt. Als Großlieferant im Holländischen Krieg (1672 - 79) blieb er wegen Zahlungsunfähigkeit der kaiserlichen Kasse auf hohen Forderungen sitzen, sein Geschäft brach zusammen. Sartorius überlebte dies nicht und starb 1684.

1684 kaufte Joh. Veeth aus Dettelbach den Hof aus der Konkursmasse für 1000 rheinische Taler und übernahm ab 01.03.1685 die Zollverwaltung in Marktbreit. 1833 wurde das Gasthaus von Carl Ludwig Dail erworben. Dessen Sohn Georg war bekannt als "Billardeur, Seiler, Seifensieder, Lichterzieher, König der Spediteure, Aufläder, Sackträger und Schiffsleute".

Im Innern des Hauses, das als zweitältestestes Gasthaus Bayerns bezeichnet wird, findet sich ein Mauerstein von 1382, das Erdgeschoss wird in das 15. Jahrhundert datiert. Der Fachwerkaufbau wird seiner Form entsprechend in das 16. Jahrhundert datiert (Kellertor der Westseite trägt die Jahreszahl 1592). Jahreszahlen über den Fenstern des Vordergiebels (1739) besagen, dass weitere umfangreiche Baumaßnahmen an der "Fürstlich Schwarzenbergische Herberge" vorgenommen wurden. Für die Fürsten zu Schwarzenberg richtete man ein mit Gobelins bespanntes Fürstenzimmer ein.

Auch König Ludwig I. von Bayern zählte zu den Gästen des Hauses. Erst um 1900 wurde das weitgehend konstruktive Fachwerk mit Merkmalen der Frührenaissance freigelegt. Es bildet einen besonderen Kontrast zu den reichverzierten und feingegliederten Barockhäusern am Marktplatz. Die im oberen Giebelfeld angebrachte Eule liefert Hinweise auf studentische Verbindungstreffen im Hotel Löwen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. (Eisengitter mit Eule auch im Inneren des Hauses, 2. OG).

Text: Richard Scharnagel

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